Montag, 19. Juni 2017

Naorri Oreskes & Erik M. Conway - „Vom Ende der Welt“

ISBN: 9-783-865-81960-4

Das Cover hat mich bei diesem Buch einfach nur angemacht. Der Big Ben, der schief im Wasser steht. - Klar, London liegt an einem Fluss, aber um solche Wassermassen zu erreichen braucht es etwas mehr, als eben nur einen Fluss. Und genau das hat mich neugierig gemacht.

Dieses Buch beinhaltet ein Szenario, welches eine Journalistin entwickelt hat. Aufgrund von Fakten und Daten, welche sie durch Interviews erfahren hat, kreierte sie eine Story, in der die Welt sich nach und nach quasie selber abschafft.
Das beginnt bei den FCKW-Gasen, geht über die CO2-Misere bis hin zum Klimawandel. Hier ist nicht nur das Problem des ansteigenden Meeeresspiegels, sonder auch der Hunger aufgrund von Wetterkatastrophen durch Dürre oder Fluten. Wetterextreme, die das Leben auf bestimmten Teilen der Erde, unmöglich machen. Die Menschen flüchten, müssen umgesiedelt werden, sterben.
Das hat wieder Auswirkungen auf den Markt. Lebensmittel werden exorbitant teuer. Die "Normalschicht" verschwindet, es gibt nur noch Arm und Reich. Die Reichen verpesten die Umwelt weiter und die Armen haben es schwer und schwerer.
Ein zwar entworfenes Model, aber alles andere als weltfremd!

Beim Ausleihen habe ich erst einmal übersehen, dass es sich hier um ein Sachbuch handelt. Ich dachte wirklich erst, ich halte einen Roman mit Weltuntergangsszenario in den Händen. - Dieses Szenario hatte ich. Nur war es eben kein Roman, sondern ein Sachbuch.
Die geschilderten Szenarien sind gut erklärt. Hier und da fallen mal auch mal Fachbegriffe. Aber das ist nicht weiter tragisch, da die sich immer irgendwie von selber dann erklären oder zumindest mir bekannt waren. Am Ende des Buches befindet sich auch eine Begriffserklärung. Die Handhabung ist allerdings bei einem EBook relativ umständlich. In dem Fall wäre es besser, man hat dieses Szenario in gedruckter Form.
Die bei einem Sachbuch üblichen Schachtelsätze sucht man hier vergebens. Auch das ein Grund, warum alles so relativ leicht verständlich ist. - Ok, es kann allerdings auch daran gelegen haben, dass mich das Thema so gefesselt hat.
Es handelt sich hier auf jeden Fall nicht um eine Vorhersage, wie die Welt enden wird. Es ist ein rein spekulatives "Was Wäre Wenn". Allerdings ein ziemlich glaubhaftes. Denn es werden alle Klischees von Lobby und Politik bedient. Angst macht mir in dem Moment nur, dass ich irgendwie gleich an US Präsident Trump denken musste, als es um Umwelt und die damit verbundene Klimaveränderung ging...
Kurz war das Büchlein auf jeden Fall. Von den gerade mal was bei 180 Seiten, war die Story selber schon bei 56% beendet. Gerade in dem Moment, als ich mich eingelesen hatte. Fand ich nicht so toll, konnte ich allerdings auch nicht ändern.

Für die Kürze gibt es einen Stern Abzug. Also hat es am Ende eine Bewertung von 4 von 5 möglichen Sternen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man da durchaus auch einen richtig genialen Roman draus machen können.
Für alle Interessenten habe ich wieder eine Leseprobe auf meiner Website.

Wir lesen uns!

(Auszüge des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von "TanteGhost" zu finden.)