Montag, 12. März 2018

Rainer Dabrovski - Verknackt, vergittert, vergessen

ISBN: 9-783-579-07058-2

Hat so ein Gefängnisseelsorger nicht Schweigepflicht? Das war zumindest mein erster Gedankengang. Und dann auch noch ein Pfarrer. Für den gilt doch das Beichtgeheimnis erst recht.
Ok, ich war auf spannende Abenteuer gespannt. Knastgeschichten aus dem Nähkästchen. Aber dann...

Keine Ahnung warum, aber das Buch hat mich gereizt. Ich fand es interessant, was ein Gefängnispfarrer so alles zu erzählen hat. Aber irgendwie war dann am Ende die große Ernüchterung.
Die gewaltige Ausdrucksweise hat mich komplett abgeschreckt. Ich bin nur sehr schwer rein gekommen und war versucht das Buch dann doch wieder weg zu legen. Ich habe es aber nicht getan und bin dran geblieben. Immer in der Hoffnung, dass es doch noch besser werden würde. - Aber leider verfiel er beim Erzählen immer wieder in "Den Pfarrer" und wird dem entsprechend langweilig.
Die Überschriften der Kapitel waren stellenweise ziemlich vielversprechend. Doch die Untertitel haben alles wieder relativiert. Und dann ist er doch immer wieder abgeschweift. Das Buch hat sich einfach nur unmöglich in die Länge gezogen.
Die einzelnen Begebenheiten waren stellenweise schon recht amüsant. Zum Teil gingen sie auch total ans Herz. Aber größtenteils könnte einem diese fehl geleiteten Personen hinter Gittern nur leid tun. Absolut weltfremd sitzen sie ihre Zeit ab und werden dann in eine komplett fremde Welt wieder entlassen.
Das Kapitel über die ehrenamtlichen Helfer fand ich ungerecht und gemein. Diese Leute wollten helfen und sind da in Situationen rein geraten, denen sie nicht gewachsen waren. Und ausgerechnet ein Pfarrer zieht darüber her. Alles andere als christlich oder gar fair.
Ansonsten waren Unterbrechungen sehr willkommen. Der Stoff hätte interessant und toll sein können. War es aber nicht. Statt dessen war ich einfach nur hochgradig enttäuscht.

Die pure Enttäuschung war das Buch am Ende. Alles hat sich lesen lassen als wollte der Pfarrer ein gutes Buch schreiben, es ist ihm aber nicht so wirklich gelungen. Ich habe mich durch gequält und konnte so gar nicht wirklich Gefallen daran finden. Ich bin fast versucht, das Buch als Zeitverschwendung abzutun. Aber in Ansätzen war das Buch ja gar nicht schlecht. Deswegen bekommt es auch 3 von 5 möglichen Sternen. Mehr war beim besten Willen aber nun wirklich nicht drin.
Eine Leseprobe findet ihr, wie immer, auf meiner Website. Das soll es dann aber auch gewesen sein.

Wir lesen uns!

(Auszüge des des Textes sind auf meiner Website und auch auf Lovelybooks von"TanteGhost" zu finden.)